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Montag, 6.05.2002
Aufgestanden, gefrühstückt und auf in die Uni! Denn ich hatte um 8.30 Uhr wieder Vorlesung. Diese waren dann auch schon schnell wieder rum, um genau 12.30 Uhr hiess Abschied nehmen von unserer Dozentin, und à demain. Leider hatte sie die CD von Mylène Farmer nicht dabei, aber sie hat mir versprochen, dass ich sie morgen bekomme, ganz bestimmt. Jetzt bin ich erst mal Essen gegangen, im resto-U, auch Mensa genannt. Dort gab es was ganz Eckliges. Ich ehrlich nicht was es war, vielleicht und so sah es noch am ehesten aus, war es Kompott. Ich hab jedenfalls ordentlich Pfeffer und Salz draufgemacht, damit es wenigstens nach etwas schmeckt. Aber weggeschmissen wird nichts, da bin ich eisern. Was an der Uni so geil ist, ist dass man immer jeden ansprechen kann, und ich den Eindruck habe, dass ihnen das gar nichts ausmacht. Im Gegenteil, sie sind alle nett und zuvorkommend. Tja, und so hab ich eben einfach eine Chinesin angespochen und wir haben und uns das Essen über unterhalten. Beendet war die Unterhaltung erst, als sie über in ihre Vorlesung musste. Schade. So jetzt erst mal noch eine Tageszeitung nehmen, ehe ich um 14.30 Uhr einen Rechner reserviert habe. Kurz die Korrespondenz mit Deutschland gemacht, ehe ich mir noch einen kurzen Blick auf die Aktienmärkte und die 2.Bundesliga. Mit Freuden habe ich vernommen, dass der KSC sein letztes Spiel gewonnen hat, und damit in der 2.Bundesliga bleibt. Anschliessend wollte ich eigentlich nach Hause gehen, aber dann bin ich plötzlich auf einen "camion" gestossen, auf dem "don du sang" stand.
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Dienstag, 7.05.2002
Heute habe ich erst nachmittags Vorlesung. Aber ich hab mir einen Rechner für 11.00 Uhr bestellt. Daher hiess es auch heute früh aufzustehen. Als ich auf den Campus fahre, sehe ich die Belgierin vom vorherigen Tag. Doch leider habe ich keine Zeit, noch einige Worte mit ihr zu wechseln. Die halbe Stunde vergeht auch wei im Flug. Jetzt erst mal Essen fassen, bevor die Vorlesung losgeht. Spaghetti, Pudding, Salat und Spinat sind schnell verschlungen. Über die Vorlesung selbst, gibt es auch nicht viel zu berichten, ausser, dass wir Ausschnitte von der Fernsehsendung "Les guinols" gesehen haben. Das ist in etwa das gleiche, wie bei uns ehemals "Hurra Deutschland". Das läuft in Frankreich jeden Tag so kurz vor 20.00 Uhr. Und obwohl das auf Canal Plus kommt, ein Sender, etwa vergleichbar mit Premiere bei uns, kann es jeder sehen. Nach der Vorlesung hat Iveta (Slovakei), eine Kommilitonin, einen kleinen Abend bei sich organisiert. Eigentlich sollte es gleich nach der Vorlesung losgehen, aber nur Antonella (Italien) und ich sind gleich mitgekommen. Bis die anderen dann so gegen 20.00 Uhr kommen, haben wir schon gut die Hälfte aufgegessen. Was für ein Wunder nach 4 Stunden Vorlesung. Christine, unsere Dozentin war natürlich auch da. Sie hatte ihren kleinen Sohn David mitgebracht, der dann mit ein paar Ratespielen für Stimmung gesorgt hat. Christine hat Champagner und Framboisecreme mitgebracht. Als Apéritif gab es somit Kir Royal. Es war wirklich ein wunderschöner Abend, den ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde. Die ganze Welt (Slovakei, China, Marokko, Italien, Australien, Frankreich, Thailand, Japan, Südkorea) und natürlich meine Wenigkeit auf 12 qm, im Schneidersitz sitzend und sich unterhaltend. Dazu gab es dann besondere Spezialitäten aus der Slovakei, Thailand und China. Das waren aber nicht einfach nur Sojabohnen und Ente, nein, so was bekommst Du nicht in einem China-Restaurant in Deutschland. Zum Schluss gab es dann noch einen leckeren Erdbeerkuchen und Schokoladenpudding. Ich hab es in allen Zügen genossen. Wir haben uns dann allesamt so gegen 22.00 Uhr verabschiedet, einige sind dann noch ins "London Pub" gegangen. Wir sind dort auf Freunde eines Kommilitonen getroffen, zu denen wir dann gesellt haben. Insgesamt haben wir uns dann noch gut 1,5 Stunden amüsiert, ehe wir die letzte Bahn zum Campus genommen haben. Damit war der Abend gelaufen. Ein wirklich wunderschöner Abend.
Mittwoch, 8.05.2002
Am Mittwoch ist nicht viel gelaufen, den es war der 8.Mai und das ist in Frankreich ein Feiertag. Denn heute vor vielen 57 Jahren ist der 2.Weltkrieg zu Ende gegangen. Das ist wirklich ein Tag zum Feiern! Nichtsdestotrotz wird hier nicht das Riesenfest gemacht, aber man denkt an diesen Tag eben zurück. Endlich hat es auch aufgehört zu regnen, denn die letzten Tage hat es andauernd geregnet. Und, so hab ich den Eindruck, wenn es in Grenoble regnet, dann aber richtig. Das war ein unglaubliches Unwetter, ich hatte schon Angst, dass die Isère über die Ufer treten könnte. Aber so war es dann doch nicht. Den Nachmittag habe ich mit dem Anschauen von "Anatomie" verbracht, auf Deutsch. Martin hatte ihn auf seinem Rechner und hat ihn mir freundlicherweise überlassen. Wer ihn noch nicht gesehen haben sollte, ihr habt nichts verpasst. Nicolas hat mich dann noch gefragt, ob ich ihn begleiten möchte, er will eine Fahrradtour machen, nach Chamrouse.
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Donnerstag, 9.05.2002
Donnerstag früh, 10.33 Uhr der TGV über Lyon nach Paris - Gare du Lyon startet. In ihm sitzen zwei Deutsche, nämlich Martin und ich. Ganz billig ist der Spass nicht, zumindest nicht für mich. Ich zahle für Hin-und Rückfahrt je schlappe 52€ für die 2.Klasse. Für Martin ist es etwas billiger, da er die Karte 12/25 hat, wohl so was wie ne Bahncard bei uns. Aber dafür wohnen wir umsonst. Denn Freunde von Martin studieren in Paris, und bei denen dürfen wir die Tage über einziehen. Ansonsten wäre ein Parisaufenthalt kaum zu finanzieren gewesen. Das billigste Zimmer kostet Martin zu Folge gute 50€ die Nacht. Aber das ist geradezu notdürftig eingerichtet. Die Fahrt wird knappe 3 Stunden dauern, dann werden wir in der Hauptstadt Frankreichs sein, der Stadt der Liebe und der Ort vieler historische Ereignisse. Die Fahrt über wird gelesen, geschlafen und Hausaufgaben gemacht, na ja, Martin nicht, aber ich zumindest. Denn es werden uns 4 aufregende Tage in Paris bevorstehen. Und da bleibt dann keine Zeit für Hausaufgaben. Zwischen Lyon und Paris zeigt der TGV was in ihm steckt. Mit gut 300 Sachen in der Stunde sausen wir über die Landschaft hinweg. Atemberaubend! Um genau 13.35 Uhr kommen wir in Paris an. Der Bahnhof ist die Hölle, wo man hinsieht, nur Menschenmengen. Zunächst einmal haben wir unser Gepäck verstaut, um gleich in Paris durchzustarten. 4,50€ für 72 Stunden! Naja, egal, zum Glück haben wir es hinbekommen, dass unsere beiden Taschen in die Box passen. Jetzt konnte es losgehen. Wir haben die Metro 14 genommen, um an der Station Chatelet wieder auszusteigen. In derNähe befindet sich das Rathaus und der Louvre. Von hier aus sind wir erst einmal, am Louvre vorbei, an der Seine entlang, zum Garten der Tuilleries gelaufen. Der befindest sich gerade neben dem Louvre, zwischen jenem und dem Obelisque. Als der Obelisque erreicht war, sind wir Richtung champs-Elysée und Arc de Triomph marschiert. Die Champs-Elysée war beeindruckend, hier waren ein Haufen Leute unterwegs. Deswegen hiess es auch aufpassen. Denn wer durch marschiert und dabei nicht mindestens 5x von Obdachlosen in Kontakt kommt, egal in welcher Weise, der war nicht in Paris. Also hab ich meine Digitalkamera tief in meiner Jacke versteckt und meine Tasche an mich genagelt. Nachdem der Arc de Triomph zumindest von unten begutachtet war, haben wir uns wieder Richtung Louvre, genauer Notre-Dame gemacht. Denn um 17.30 Uhr waren wir mit Alex verabredet, um die Wohnungs- und Zimmerschlüssel in Empfang zu nehmen. Der Weg führt an der Seine entlang, vorbei an den weltberühmten "bouquinistes", den Buchhändlern, die an der Seine entlang ihren Buchladen installiert haben. Von Büchern über Bildern und sonstigem Grimsgramsch kann man hier auch mal auf so eine oder andere Rarität stossen. So hat Martin hier mal Hitlers "Mein Kampf" gesehen. Vermutlich war dies aber eine Fälschung. Pünktlich an Notre-Dame angekommen, hat uns Alex auch schon erwartet, zusammen mit einem ukrainischen Freund, der ebenfalls in Paris studiert. Jetzt war es Zeit, was Essen zu gehen. Finden tut man hier schnell was, und das kann dann auch billig sein, aber da muss man aufpassen, bei Preisen unter 12€ für ein Menü sollte man auch den schnellsten Weg zum Krankenhaus kennen und die Menge ist bei weitem nicht ausreichend. Martin und ich essen Döner und Falaffel. Danach kehren wir nochmal zu Notre-Dame zurück, um auch drin nochmals kurz vorbeizuschauen. Es ist gerade Gottesdienst. Allmählich war die Nacht hereingebrochen. Was man in Paris unbedingt machen sollte, neben vielen anderen Dingen natürlich auch, sich in ein sauteures Strassencafé setzen und das Treiben auf den Strassen beobachten. Martin und ich haben eines gefunden. Der halbe Liter Bier für 8€. Aber zum Glück war gerade "Happy Hour" und so hat es nur die Hälfte gekostet. Auffallend in Pariser Strassencafés ist, dass immer zwei Stühle links und rechts um einen kleinen Tisch angeordnet sind. Und immer zur Strasse hin! Das hat den Vorteil, dass man die Pariserinnen genau begutachten kann. Tja und die beiden Stühle eben, weil man davon ausgeht, das in Paris zumeist Liebespäarchen unterwegs sind. Was man abends dann auch in der Praxis sehen kann, wenn unzählige Päarchen an der Seine entlang schlendern. Für Martin und mich war es jetzt mittlerweile Zeit, die Koffer zu holen, und uns auf nach Noisy-Champs zu machen. Mit dem RER, der Pariser Strassenbahn, die Metro ist ja die U-Bahn, sind es von der Stadtmitte etwa 25 Minuten. Würden wir dann noch 4 Stationen weiter fahren, würden wir in Euro-Disney ankommen. Im vorübergehenden zu Hause angekommen, sind wir gleich ins Bett gegangen, um von Paris und seinem Zauber zu träumen.
Freitag, 10.05.2002
Der zweite Tag in Paris. Ich konnte es kaum erwarten, aufzustehen und mich in das Stadtleben von Paris zu stürzen. Aber Martin, der Langschläfer lehnte es strikt ab, vor 10.00 Uhr aufzustehen. Nun gut, so standen wir dann eben so um kurz vor 11.00 Uhr auf. Zunächst wurde erst einmal geduscht und dann gefrühstückt. Das Frühstück allerdings verkam mehr zu einem Mittagessen. Es war ja mitterweile auch immerhin schon kurz vor 12.00 Uhr. Also haben wir Nudeln gekocht, und das nicht zu knapp. Denn der Tag hatte ja noch vieles zu versprechen. Da das Wetter nicht so supertoll war, sind wir nicht, wie anfangs geplant nach Versailles gefahren, sondern haben uns für den Louvre entschieden. Sicherlich nicht die schlechteste Alternative. Also haben wir noch schnell abgespült nach dem Essen, unsere Lounchpakete gerichtet und uns auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Wir sind dann am Louvre direkt ausgestiegen. Die Metro hält praktischer Weise direkt unterhalb des Louvre. Wenn kann die Metrostation eigentlich gar nicht verfehlen, denn die Station ist Louvregemäss ausgestattet. So findet man bereits in der Metrostation Skulpturen und so weiter. Mitterweile war es schon 14.00 Uhr. Und da heute Freitag war, hatte der Louvre nur bis 17.30 Uhr auf - leider. Daher meine Empfehlung, wenn ihr mal vorhabt, in den Louvre zu gehen, kommt am besten montags oder mittwochs, da werden die Sälle nämlich erst um 21.30 Uhr geräumt. Und solltet ihr finanziell nicht gut dastehen, dann kommt am besten am ersten Sonntag des Monats, da ist nämlich der Eintritt für alle frei. Erschwerend kam noch hinzu, dass man hat ein halbe Ewigkeit warten müssen, ehe man mal ins Gebäude reinkam, denn natürlich waren wir nicht alleine. Aber als wir dann unter der welbekannten Pyramide standen, ergab sich noch eine andere Überraschung. Es gab zum einen keine Prospekte mehr in französischer Sprache und zum zweiten war auch hier wieder eine nie enden wollende Schlange zu sehen. Aber was sollte es, das mussten wir nun eben durch. Und so kam es, dass wir erst nach 15.00 Uhr unsere Tickets kaufen konnte, was allerdings einen Preisabschlag von 2,50 Euro auf 5 Euro mit sich brachte.
Samstag, 11.05.2002
Am Samstag.
Sonntag, 12.05.2002
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